Global LGBT+ Community Index

Global Assessment of LGBT+ Infrastructure and Rights in 30 Cities

30 of 30 cities displayed
City Bars Parties Bath Pride Youth Rights Total

Legend

Categories:

  • Bars: LGBT+ bars per 100,000 residents
  • Parties: LGBT+ events per 100,000 residents
  • Bath: Bathhouses per 100,000 residents
  • Pride: Pride events per 100,000 residents

Additional Categories:

  • Youth: LGBT+ youth centers per 100,000 residents
  • Rights: LGBT+ legal status (0-100)
  • Total: Total score of all categories

Global LGBT+ Community Index 2026

Wenn Städte einsam machen: Der Global LGBT+ Community Index zeigt, wie lebendig, sicher und vernetzt queeres Leben in Städten rund um den Globus ist. In einer Welt, die immer urbaner wird, stellt sich für viele LGBT+-Personen ganz konkret die Frage: Wo kann ich ich selbst sein, mich zugehörig fühlen und echte Gemeinschaft erleben?

Einsamkeit ist längst kein Randphänomen mehr. Für LGBT+-Personen verschärft sich diese Erfahrung dort, wo soziale Räume fehlen, Sichtbarkeit eingeschränkt ist oder rechtliche Unsicherheit mitschwingt. Genau hier setzt der Index an: Er untersucht, welche Städte eine LGBT-freundliche Gemeinschaft ermöglichen und welche sie trotz Größe und Glamour erschweren.

Methodologie

Die Datengrundlage für den Index setzt sich aus einer Vielzahl von Quellen zusammen, dazu gehören:

  • Anzahl von LGBT+ Bars vor Ort
  • Anzahl von regelmäßig stattfindenden LGBT+ Parties
  • Anzahl von Gay Saunen
  • Anzahl von jährlichen Pride Events
  • Anazhl von LGBT+ Jugendzentren
  • LGBT+ Rechte basierend auf den Daten von Equaldex

Jede betrachtete Kategorie innerhalb des Index wurde in Relation zur Bevölkerungszahl einer Stadt analysiert und auf einer einheitlichen Skala von 0 bis 10 Punkten bewertet. Ein höherer Punktwert steht dabei für eine geringere Ausprägung von Community und signalisiert zugleich ein stärkeres Maß an sozialer Integration und Verbundenheit. Die Skalierung ermöglicht eine vergleichbare, transparente Bewertung unterschiedlicher Indikatoren über Regionen hinweg.

Die Gesamtpunktzahl ergibt sich aus der Summe aller Kategorien, mit einem theoretischen Maximum von 60 Punkten. Ein niedrigerer Gesamtwert deutet auf ein höheres Einsamkeitsrisiko für LGBT+ Personen hin, während höhere Werte auf bessere soziale Verbundenheit und geringere Einsamkeit hinweisen.

Wo LGBT+-Personen am wenigsten einsam sind

Ganz oben stehen Städte, in denen queeres Leben nicht organisiert werden muss, sondern sich selbstverständlich entfaltet.

San Francisco: Die Stadt verbindet historische Bedeutung mit LGBT-Dichte: Bars, Clubs, Events, nicht vereinzelt, sondern fußläufig, vernetzt, generationsübergreifend. Hier ist queeres Leben kein Wochenendprojekt, sondern Alltag.

Köln folgt dicht dahinter und zeigt, dass emotionale Verbundenheit nicht allein aus Größe entsteht. Der extrem hohe Score bei Pride Events verweist auf mehr als ein Großereignis: Sichtbarkeit, Beteiligung und kollektive Identität sind hier fest im Stadtbild verankert. Die Stadt war bereits im World's Loneliness Index Spitzenreiter und kann nun auch für LGBT+ Personen einen Platz ganz oben auf dem Treppchen sichern.

Brighton und Zürich widerlegen die Annahme, dass nur Metropolen für LGBT funktionieren. Beide Städte punkten durch spezialisierte Angebote, von Jugendzentren bis hin zu Badehäusern, und zeigen, dass Qualität und Zugänglichkeit wichtiger sind als schiere Masse.

Wo die Einsamkeit unter LGBT+ am größten ist

Am unteren Ende des Index wird Urbanität zur Falle. Nicht, weil queeres Leben dort unmöglich wäre, sondern weil es fragmentiert, verdünnt oder politisch eingeschränkt ist.

Budapest bildet das Schlusslicht. Die geringe soziale Infrastruktur trifft hier auf eine zunehmend restriktive politische Lage.

Auffällig und für viele überraschend ist die Platzierung von London und New York City im unteren Drittel. Beide Städte verfügen absolut gesehen über zahlreiche Angebote. Doch die Daten zeigen: Pro Kopf gerechnet verlieren sich diese Räume in der Masse. Größe ersetzt keine Dichte, Vielfalt keine Erreichbarkeit. Wer lange Wege, hohe Kosten und fragmentierte Szenen überwinden muss, fühlt sich seltener verbunden.

Analyse der Kategorien: Was macht eine Stadt für LGBT+ lebenswert?

Bars & Parties: Diese Kategorien sind klassische Indikatoren für ein aktives soziales Leben. San Francisco dominiert hier klar. Städte wie Brighton und Liverpool zeigen ebenfalls eine lebendige Party-Szene.

Badehäuser: Zürich führt diese Kategorie mit der Höchstpunktzahl an, was auf eine Nischenkultur hindeutet, die in anderen Städten weniger ausgeprägt ist.

Pride Events: Köln ist hier der unangefochtene Spitzenreiter. Große und gut besuchte Pride-Veranstaltungen sind ein starkes Zeichen für eine selbstbewusste und sichtbare Community.

Jugendzentren: Zürich und Brighton erzielen hier hohe Werte, was auf ein starkes Engagement für die jüngere Generation der LGBT+-Community schließen lässt.

Rechte: Barcelona und Madrid erreichen hier die Höchstpunktzahl, was die fortschrittliche Gesetzgebung in Spanien widerspiegelt. Auch die deutschen Städte schneiden in dieser Kategorie sehr gut ab.

Fazit: Europa verbindet, Nordamerika polarisiert

Regional betrachtet liegt Europa vorn. Mit einem durchschnittlichen Score von 19,0 zeigt sich eine vergleichsweise stabile Kombination aus rechtlicher Absicherung und sozialer Infrastruktur. Nordamerika folgt mit 16,3 Punkten, allerdings stark gespalten zwischen extrem gut und überraschend schwach vernetzten Großstädten.

Der LGBT+ Community Index 2026 macht vor allem eines deutlich: Einsamkeit ist kein individuelles Versagen, sondern oft das Ergebnis urbaner Strukturen. Städte wie San Francisco, Köln und Brighton zeigen, dass Verbundenheit entsteht, wenn Räume, Rechte und Sichtbarkeit zusammenspielen. Gleichzeitig mahnen Städte wie Budapest, aber auch London und New York, dass Größe, Internationalität und Symbolpolitik keine Garantie für eine gut vernetzte Community sind.

Für LGBT+-Personen, die einen neuen Lebensmittelpunkt suchen, bietet der Index weniger Utopien als Orientierung. Und für Städte eine klare Botschaft: Queeres Leben gedeiht dort, wo es nicht nur toleriert, sondern aktiv ermöglicht wird.